
Dr. Jörg-Peter Schröder von frequenzwechsel.de hat zahlreiche Bücher zum Thema "Gesunde Führung" geschrieben, ebenso zu Burnout und über Resilienz.
Vielen Kongress-Teilnehmenden ist er schon aus den letzten Jahren bekannt.
Der Titel seines Workshops am 6. November lautet:
ADHS 50plus – Fokus statt Verzettelung in den Wechseljahren
Was passiert, wenn ADHS und die Wechseljahre zusammentreffen? Für viele Frauen kann diese Lebensphase zu einer echten Herausforderung werden. Was jahrelang durch Anpassung, Organisation und „Masking“ kompensiert wurde, funktioniert plötzlich nicht mehr wie gewohnt. Das bisherige Schutzschild bröckelt – und Gefühle, Gedanken und der Alltag geraten mitunter gehörig ins Wanken.
Eine mögliche Rolle spielt dabei das Östrogen: Es ist unter anderem an der Dopaminregulation beteiligt. Dopamin beeinflusst Motivation, Antrieb, Aufmerksamkeit und das Erleben von Belohnung. Sinkende Östrogenspiegel können deshalb bei Frauen mit ADHS bestehende Schwierigkeiten verstärken. Brain Fog, Vergesslichkeit, Konzentrationsprobleme, emotionale Dysregulation oder depressive Verstimmungen können hinzukommen. Und mit ihnen oft Scham, Selbstvorwürfe und das Gefühl: „Ich bin nicht mehr gut genug.“
ADHS ist längst keine „Störung ungezogener Jungen“. Gerade bei Frauen wird ADHS häufig spät erkannt oder bleibt unerkannt, weil sie ihre Schwierigkeiten über Jahre erfolgreich kompensiert und sich angepasst haben. Die Wechseljahre können diese Kompensationsstrategien jedoch an ihre Grenzen bringen.
Der Vortrag nimmt das Zusammenspiel von ADHS und Menopause genauer in den Blick und verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit einem hoffnungsvollen Blick auf mögliche Unterstützung. Es geht um aktuelle Erkenntnisse zu Hormonen und Dopamin, um Diagnostik und Missverständnisse sowie um die Frage, was Frauen in dieser Lebensphase konkret helfen kann.
Dabei richtet sich der Blick auch auf die Arbeitswelt: Was können BGM, HR und Führungskräfte tun, um betroffene Frauen besser zu verstehen und zu unterstützen? Welche Angebote und Mental-Health-Programme können sinnvoll sein? Und wie können Unternehmen eine Arbeitskultur schaffen, in der Frauen sich nicht länger dafür schämen müssen, dass ihre bisherigen Strategien plötzlich nicht mehr funktionieren?
Denn es gibt Möglichkeiten, etwas zu verändern: durch Wissen, eine gute fachliche Begleitung, Vernetzung und vor allem durch einen Perspektivwechsel – weg von Selbstvorwürfen und dem Gefühl des Versagens, hin zu Selbstfürsorge, Selbstwirksamkeit und einem neuen Verständnis für die eigenen Bedürfnisse.
